Wärmepumpe oder Gasheizung – was lohnt sich?

Langfristig lohnt sich eine Wärmepumpe in den meisten Fällen mehr als eine Gasheizung. Die Betriebskosten sind bei aktuellen Energiepreisen niedriger, und eine Wärmepumpe ist zukunftssicher ohne Abhängigkeit von fossilem Gas.

Wärmepumpe oder Gasheizung – was lohnt sich wirklich?

Diese Entscheidung ist in Zeiten steigender Gaspreise und zunehmender CO₂-Abgaben relevanter denn je. Wer heute eine neue Heizung einbaut, denkt nicht nur an die Anschaffungskosten, sondern auch an 20 Jahre Betriebskosten, gesetzliche Einschränkungen und Förderungen. Hier ist ein ehrlicher Vergleich.

Anschaffungskosten im Vergleich

Eine neue Gasheizung (Brennwert) kostet inklusive Montage 5.000–10.000 €. Eine Luftwärmepumpe kostet 12.000–22.000 € – aber nach Förderung (Bundesförderung + Steiermark) häufig nur 7.000–14.000 € effektiv. Der Mehrinvestition für die Wärmepumpe steht eine deutlich niedrigere Gesamtkostenrechnung über 15–20 Jahre gegenüber.

Betriebskosten – Gas vs. Strom

Bei 0,08–0,12 €/kWh (Gas) und einem Heizwert von ca. 10 kWh/m³ kostet Gas aktuell effektiv etwa 0,08–0,12 € pro kWh Wärme. Eine Wärmepumpe mit COP 3,5 und Strompreis 0,25 €/kWh liefert Wärme für ca. 0,07 €/kWh. Bei steigendem CO₂-Preis (auf Gas wird ab 2025 ein erhöhter Zertifikatepreis fällig) verschlechtert sich die Gasbilanz weiter. Wärmepumpen profitieren dagegen von günstigem Nachtstrom oder eigenem Photovoltaikstrom.

Gesetzliche Entwicklung in Österreich

Das österreichische Erneuerbaren-Wärme-Gesetz sieht vor, dass neue Gasheizungen ab 2025 nicht mehr eingebaut werden dürfen, wenn eine Alternative vorhanden ist. Bestehende Gasheizungen dürfen noch betrieben werden, aber ein Neukauf ist risikoreich: steigende CO₂-Abgaben, unsichere Gasversorgungspreise und absehbare Regulierungen sprechen gegen einen Neueinbau. Wer jetzt eine Gasheizung kauft, läuft Gefahr, in 5–10 Jahren erneut zu investieren.

Für wen lohnt sich die Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe lohnt sich besonders, wenn: das Gebäude eine Fußbodenheizung hat (Niedertemperatursystem) oder bereit ist für eine Sanierung, die Dämmung gut ist oder verbessert werden kann, Photovoltaik vorhanden ist oder geplant wird, der Haushalt auch Warmwasser über die Wärmepumpe bereiten möchte, eine Gasheizung kurz vor dem Austausch steht (Förderbonus beim Wechsel).

Für wen ist Gas noch vertretbar?

In sehr alten Gebäuden mit hohem Heizbedarf und Radiatoren (Hochtemperatursystem), die keine Sanierung ermöglichen, kann eine Wärmepumpe unwirtschaftlich werden. Hier ist ein Gespräch mit einem Fachbetrieb wichtig, um die Situation objektiv zu bewerten.

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